Wenn das System traumatisiert
Der Weg durch Behörden, Polizei und Justiz kann für Opfer zu einer zweiten Traumatisierung werden. Wenn Institutionen unsensibel reagieren, wird das Leid des Opfers oft noch vergrößert.
Wie institutionelle Gewalt entsteht
Ungläubigkeit & Skepsis
Wenn Beamte oder Richter dem Opfer mit Misstrauen begegnen oder die Tat verharmlosen, fühlt sich das Opfer erneut schutzlos.
Unsensible Befragungen
Wiederholte, detailreiche Schilderungen der Tat ohne psychologische Unterstützung können Flashbacks und schwere Belastungen auslösen.
Lange Verfahrensdauer
Jahrelange Prozesse verhindern, dass Opfer mit dem Erlebten abschließen können. Sie bleiben in der Rolle des "Beweismittels" gefangen.
Mangelnde Privatsphäre
Wenn sensible Daten oder Details der Tat im Verfahren nicht ausreichend geschützt werden, droht soziale Stigmatisierung.
Traumatisierung verhindern
Jeder Kontakt mit dem System sollte darauf ausgerichtet sein, die Würde des Opfers zu wahren und seine Sicherheit zu erhöhen.
- Empathie & Respekt: Eine wertschätzende Haltung ist die Basis für jede opfersensible Arbeit.
- Transparenz: Erkläre jeden Schritt des Verfahrens genau, um dem Opfer ein Gefühl von Kontrolle zurückzugeben.
- Vernetzung: Enge Zusammenarbeit mit Opferschutzorganisationen und Therapeuten.
- Selbstreflexion: Fachkräfte müssen ihre eigenen Vorurteile und Belastungsgrenzen kennen, um professionell handeln zu können.
Das System muss schützen, nicht schaden
Eine gerechte Gesellschaft zeichnet sich dadurch aus, wie sie mit ihren schwächsten Mitgliedern umgeht. Institutionelle Empathie ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit.