Mentale Gesundheit & Trauma
Missbrauch hinterlässt tiefe Spuren in der Psyche. Zu verstehen, was in deinem Kopf und Körper passiert, ist der erste Schritt, um die Kontrolle über dein Leben zurückzugewinnen.
Häufige Reaktionen auf Missbrauch
Flashbacks & Intrusionen
Ungewollte, lebhafte Erinnerungen an das Trauma, die sich anfühlen können, als würde es gerade wieder passieren.
Hypervigilanz
Ein ständiger Zustand der Alarmbereitschaft, Schreckhaftigkeit und das Gefühl, immer auf der Hut sein zu müssen.
Dissoziation
Ein Gefühl der Taubheit oder des "Nicht-da-Seins", als ob man von sich selbst oder der Realität losgelöst wäre.
Schuld & Scham
Irrationale Gefühle, selbst für das Geschehene verantwortlich zu sein, was oft durch die Manipulation des Täters verstärkt wird.
Strategien zur Stabilisierung
In Momenten akuter Belastung können diese Techniken helfen, dich im Hier und Jetzt zu verankern:
- Erdung (5-4-3-2-1 Methode): Benenne 5 Dinge, die du siehst, 4 die du fühlst, 3 die du hörst, 2 die du riechst und 1 die du schmeckst.
- Atemübungen: Konzentriere dich auf eine tiefe Bauchatmung. Atme 4 Sekunden ein, halte 4 Sekunden und atme 4 Sekunden aus.
- Sicherer Ort: Stelle dir in Gedanken einen Ort vor, an dem du dich absolut sicher und wohl fühlst.
- Routine: Kleine, tägliche Routinen können ein Gefühl von Vorhersehbarkeit und Sicherheit zurückgeben.
Wann du Unterstützung suchen solltest
Es ist keine Schande, Hilfe anzunehmen. Professionelle Therapie kann dir Werkzeuge an die Hand geben, um das Trauma zu verarbeiten.
- Wenn die Symptome deinen Alltag massiv einschränken.
- Wenn du dich isolierst oder den Lebensmut verlierst.
- Wenn du zu Suchtmitteln greifst, um den Schmerz zu betäuben.
- Wenn du Gedanken an Selbstverletzung hast.
Heilung ist möglich
Trauma ist eine Verletzung, kein Charakterfehler. Mit Zeit, Geduld und der richtigen Unterstützung kannst du wieder ein Gefühl von Sicherheit und Freude finden.